Rat vor dem Elstertal-Marathon: Wasserstellen nicht auslassen
Porträt
Marathonlauf, hier in Uhlstädt.
Im Gespräch mit der dreimaligen Siegerin Simone Hänse
Simone Hänse.
Am Sonnabend, 9 Uhr ist es wieder so weit. Zum bereits neunten Mal ruft der 1. SV Gera zum Elstertal-Marathon. Eine, die den Lauf wie ihre Westentasche kennt, ist Simone Hänse. Die 45-jährige Geraerin, die keinem Verein angehört, war schon drei Mal schnellste Frau über die 42,195 km lange Strecke von Gera nach Bad Köstritz zurück über Gera nach Wünschendorf bis zum Ziel wieder im Stadion der Freundschaft. Mit ihr unterhielt sich unsere Zeitung: Haben Sie Ihre Meldung für den Elstertal-Marathon schon abgegeben?Nein, ich werde erst am Samstag entscheiden, ob ich starte. Das hängt nicht vom Wetter ab sondern von der Belastung auf Arbeit. Wir sind alle keine Profis. Und dann ist der Elstertal-Marathon nichts für Warmduscher. Es ist ziemlich anstrengend. Deshalb weiß ich auch noch nicht, ob ich wenn überhaupt über 15 km oder auf dem langen Kanten an den Start gehe. Das Streckenprofil scheint beim Elstertal-Marathon nicht das Problem, oder? Nein, aber es sind sehr langgestreckte Geraden, die gar kein Ende nehmen. Das ist nicht gut für den Kopf. Wenn ich starte, dann völlig unverkrampft und ohne sportliches Ziel. Ich habe schon drei Mal gewonnen, muss mir und anderen nichts mehr beweisen. Wie bringen Sie Arbeit und Laufen unter einen Hut?Für Dinge, die man mag, findet man immer Zeit. Oft stehe ich um sechs auf, gehe dann um acht laufen und fahre um zehn zur Arbeit. Aber das ist nicht jeden Tag so.
Polizeistaffel trainiert für den Elstertal-Marathon, 2009.
Laufen macht Spaß. Ich habe zwei Töchter großgezogen. Da hat man gelernt, sich zu organisieren. Friederike, die jüngere, ist jetzt 15 und will am Samstag die 15 km in Angriff nehmen. Also starten Sie in Familie?Meine Tochter auf jeden Fall, mein Mann Christian und ich vielleicht. Christian war bisher bei allen acht Elstertal-Marathon-Veranstaltungen dabei. Diesmal könnte seine Teilnahme an beruflichen Verpflichtungen scheitern. Die Zahl der Voranmeldungen beim Elstertal-Marathon liegt bisher unter den Zahlen des Vorjahres. Woran liegt das?
Viele hatten sicherlich Angst, dass die Sommerhitze anhält. Nun sind die Temperaturen aber wieder angenehmer. Trotzdem spielt beim Elstertal-Marathon auch das Wetter eine Rolle, zumal die meisten Läufer in der größten Mittagshitze nach zwölf Uhr ins Ziel laufen. Vielleicht wäre eine Startzeit um sieben die bessere Variante. Andererseits ist es wie im richtigen Leben, können die Teilnehmerzahlen nicht nur von Jahr zu Jahr wachsen. Es gibt eben Höhen und Tiefen. Sollten Sie im Marathon starten, was nehmen Sie sich vor?Ich kenne mein Limit. Ich werde keinen Marathon mehr in 3:10 Stunden laufen. Ich will mit meinen 45 Jahren das Level in etwa halten. Ich muss nicht mehr gewinnen, laufe aus Spaß an der Bewegung. Wird es noch viele kurzentschlossene Teilnehmer geben?Auf der 15-km-Strecke könnte ich mir das gut vorstellen. Beim Marathon kaum, denn auf den langen Kanten zu gehen, dafür entscheidet man sich nicht erst von heute auf morgen. Welchen Tipp können Sie den Marathonläufern geben? Man sollte die Wasserstellen unterwegs nicht auslassen, versuchen, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers möglichst auszugleichen. Das ist wichtiger als zu essen. Außerdem muss man sich vor der Sonne schützen, möglichst etwas Helles anziehen. Aber ich glaube, jeder, der den Marathon läuft, ist gut vorbereitet. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?Dass sich möglichst viele Geraer bewegen. Auf dem Elsterdamm und im Hofwiesenpark sind viele unterwegs. Die Zahl der sportlich Aktiven hat deutlich zugenommen, egal, ob sie laufend, walkend, mit dem Rad oder Inlinern unterwegs sind. Darauf können wir stolz sein.