Auf dem Flugplatz Gera-Leumnitz zum Präzisionsflugwettbewerb. Eine Cesna wird zum Betanken gerollt zwischen zwei Wettbewerbsflügen.
Auf dem Flugplatz Gera-Leumnitz hatte am vergangenen Wochenende der Luftsportverein Gera, unterstützt vom Deutschen Präzisionsflugverein, erstmals einen Präzisionflugwettbewerb ausgerichtet. Zwölf Sportpiloten waren angetreten mit ihren Cessna, Zlin oder Piper.
Gera-Leumnitz. "Es war wunderbar auch wenn ich kein einziges Bild gefunden habe", schwärmte Peter Hebel, als er mit seinem Sportflugzeug wieder auf dem Flugplatz in Leumnitz gelandet war. Vergangenes Wochenende startete der Luftsportverein Gera erstmals einen Präzisionsflugwettbewerb. Die Beteiligung war international mit insgesamt zwölf deutschen und schweizerischen Motorflugsportlern. Auf den Weg bekamen die Piloten Bilder mit von Sehenswürdigkeiten in Ostthüringen: die Sternwarte in Tautenburg, die Leuchtenburg bei Kahla, Schloss Burgk, die Talsperre Zeulenroda, Burg Posterstein. Insgesamt 20 Bilder, dazu bestimmte Wendepunkte, die jeder mit seiner Maschine in möglichst kurzer Zeit präzise anzusteuern hatte. Einfach war das nicht, auch nicht für den Sömmerdaer Peter Hebel, der zum ersten Mal an solch einem Wettkampf teilnahm und als Thüringer über Ostthüringen "eigentlich Heimvorteil hatte. Aber aus der Höhe sieht vieles ungewohnt aus. Dafür habe ich anderes gefunden, das nicht gefragt war wie die Göltzschtalbrücke."
Obwohl sie aus dem Ruhrgebiet kommen, sah das Resultat für Marcus Ciesielski und Seine Frau Astrid weit besser aus. 16 von 20 Bildern nach dem ersten Flug. Das Ehepaar fliegt von Berufs wegen. Er ist Kapitän bei Air Berlin, sie Stewardess und jetzt auf dem Weg nach Los Angeles. "Ihr seid bisher die Besten", sagte Wettbewerbsleiterin Gudrun Herbich, die Präsidentin des Deutschen Präzisionsflugvereins. "Bis die Schweizer kommen", schränkte der Kapitän deutscher Urlaubsflieger ein. Und die Schweizer kamen. Werner Unhold, der sich schon in der DDR Ende der 1980er Jahre an internationalen Wettbewerben beteiligte und bei der Präzisionslandung präzise wie ein Schweizer Urwerk auf Platz 1 in Leumnitz landete, dicht gefolgt von seiner Eidgenossin, der Weltmeisterin von 2009, Esther Rimensberger. Im ersten Durchgang schaffte sie Platz 3 hinter Glende Pietsch aus Deutschland und den Ciesielskis. Die Weltmeisterin hatte unterwegs auch festgestellt, dass es die Seen von Seelingstädt, die auf der "spannenden Route" vorgegeben waren, gar nicht mehr gibt. Die Absetzbecken des Uranerzbergbaus waren mit der Wismut-Sanierung bereits verschwunden. Während sich die Schweizer mit ihren präzisen Flugkünsten, die sie auf über 1000 Metern in den Voralpen trainieren, auf die nächste Weltmeisterschaft im August in der Slowakei vorbereiten, freuen sich Geras Luftsportler auf "Rund um Berlin". "Das ist auch nicht ohne Anforderungen", sagte Jörg Schonert, der in Berlin mit Holger Schraps starten wird.
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