Nach der Tragödie von Duisburg mit 20 Toten und über 500 Verletzten bei der Loveparade ist die Sicherheit von Großveranstaltungen überall ein Top-Thema.
Eisenberg. Die besuchermäßig größte Veranstaltung in der Region ist das Weihnachtstal. Zwischen 5 000 und 10 000 Menschen bewegen sich da pro Tag durchs Tal. Über die Sicherheitsvorkehrungen dabei und die speziellen Probleme in diesem Jahr sprach OTZ mit einem Macher und Ideengeber des Weihnachtstals, Thomas Grebe in Vertretung von Robert Schieferdecker vom Veranstalterverein FSV Einheit Eisenberg, der im Urlaub ist. Herr Grebe, müssen jetzt die Sicherheitsvorkehrungen auch im Weihnachtstal verstärkt werden?Die werden sowieso jedes Jahr überprüft und optimiert. Es gibt Sicherheitsberatungen des Vereins mit den Ordnungsämtern von Kreis und Stadt, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Die nächste ist für Ende August geplant. Wir nehmen im Vorfeld alle Hinweise auf, und die Verantwortlichen setzen, was notwendig ist, um. Zum Beispiel?Im Vorjahr haben wir erstmals einen möglichen Landeplatz für den Rettungshubschrauber benannt, auf der Wiese an der Amtsschreibermühle. In den Mühlen wurden mehrere DRK-Rettungswagen stationiert. Und bei der Feuerwehr Eisenberg wurde eine Leitstelle eingerichtet, die alles koordiniert hat. Das hat sich bewährt und soll auch dieses Jahr beibehalten werden. Es fahren keine Pferdekutschen mehr durchs Tal. Auch aus Gründen der Sicherheit?Ja, die Unfälle von Tautenhain haben uns dazu bewegt. Das ist zwar schade, und viele bedauern es, aber es bringt ein Stück mehr Sicherheit. Wie sehr macht Ihnen die B-7-Baustelle in Eisenberg und Kursdorf zu schaffen?Das ist das, was uns die größten Sorgen macht. Die B 7 wird für Fahrzeuge gesperrt sein. Andererseits können Fußgänger auch von dieser Seite ins Mühltal, von Rauda oder Eisenberg aus. Wenn wir Glück haben, können wir vielleicht mit Kleinbussen durch die Baustelle fahren. Das wird vom Stand der Bauarbeiten abhängen. Wir müssen da Alternativen bereit halten und dann kurzfristig entscheiden.
Es müssen also nicht alle Besucher von Weißenborn aus ins Mühltal und wieder raus?Nein, wir planen, dass die Besucher auch dieses Jahr von beiden Seiten aus ins Tal können. Die Leute kommen ja auch verteilt über den Tag an, so zwischen 11 und 16 Uhr. Die große Herausforderung ist, dass am Abend viele zur gleichen Zeit nach Hause wollen. Wie wollen Sie das in den Griff bekommen?Wir werden darüber mit der JES Verkehrsgesellschaft sprechen und erhalten sicher wieder deren Unterstützung. Abends müssten sicher noch drei, vier Busse mehr fahren. Aber ganz ohne Wartezeiten wird es zur Haupt-Heimfahrtszeit nicht abgehen. Eine Idee ist, die Busse durch Weißenborn fahren zu lassen und auf dem Schenkenplatz einen Busplatz einzurichten. Da haben wir Beleuchtung, und wenn vielleicht die Feuerwehr heiße Getränke ausschenkt, fällt das Warten leichter. Was ist, wenn die Besucherzahlen weiter steigen?Wir versuchen, die Besucherzahlen stabil zu halten und sind nicht auf immer neue Rekorde aus. Das kann man auch ein wenig steuern, indem wir die überregionale Werbung nicht weiter steigern. Ein kleines bisschen werben dürfen Sie aber jetzt schon mal: Was wirds zum 5. Weihnachtstal alles gebend?Der grobe Ablauf wird ähnlich wie in den Vorjahren sein, die Mottos in den Mühlen auch. Wir suchen aber noch Ideen und Teilnehmer für die Weihnachtstal-Parade, die natürlich wieder an beiden Tagen stattfindet. Andreas Günther vom Konzept Team will in Abstimmung mit den Mühlenwirten noch ein paar mehr romantische Aktionen in und zwischen den Mühlen, im Wald an der Straße, organisieren. Und die eine oder andere neue Attraktion lassen wir uns bis zum 3. Adventswochenende bestimmt noch einfallen...